Aktuelle Seite: Berufsfachschule für Krankenpflege / Ausbildung / Fortbildung / Kinaesthetics / 


Kurskonzept

Kinaesthetics ist ein „Werkzeug”, das Menschen hilft die eigene Gesundheitsentwicklung, und die von anderen Menschen, zu fördern. Kinaesthetics kann man auch als Beschreibung menschlicher Bewegung und Funktionen definieren.

 

 

Mit den kinaesthetischen Ideen erarbeiten Pflegende gemeinsam mit den Patienten/Bewohnern Grundlagen für die Durchführung von Fortbewegungsprozessen und anderer alltäglicher Aktivitäten als Mittel für ihre Gesundheitsentwicklung. Somit können Pflegende die Bewegungsfähigkeit und den Gewichtsverlauf während der Bewegung des Patienten erkennen und dies für die physiologischen Bewegungsabläufe, sowohl beim Patienten als auch bei sich selbst, nutzen.

Kinaesthetics deckt unter anderem 3 Bedürfnisse in der Pflege ab:

  1. Sie reduziert die eigene Verletzungsgefahr, da Patienten nicht gehoben oder getragen, sondern auf einer Unterstützungsfläche bewegt werden, wobei ein Teil der Verantwortung für die Bewegung beim Betroffenen bleibt.

  2. Sie erhöht die Kompetenz und Produktivität im Beruf durch Verbesserung der praktischen Pflegefähigkeit (Kreativität und Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Situation).

  3. Betroffene können die eigene Bewegungsfähigkeit wahrnehmen und einsetzen. Sie behalten somit die Selbstkontrolle über ihre Handlungen und erlangen somit wieder mehr Selbständigkeit, d.h. sie lernen wie sie sich leichter bewegen und mit ihrer Einschränkung umgehen können.








Warum ist Kinaesthetics in der Pflege wichtig?

(Einstiegstext Hrsg.: European Institute for Human Development)

„Alte, kranke, und desorientierte Menschen tendieren zu einer drastischen Reduktion der Bewegung und verlieren die Eigenkontrolle. Sie als Pflegende haben nicht nur den Auftrag die fehlende Funktion für den betroffenen Menschen auszuführen, sondern sie müssen dafür sorgen, dass der gepflegte Mensch möglichst schnell lernt, mit der momentanen Situation umzugehen. Die Grundlage dafür ist, dass die Bewohner/in/Patient/in die Berührung und Bewegung so erfährt, dass diese für sie/ihn nachvollziehbar sind.”

In einem Kinaesthetics-Grundkurs werden Grundlagen in 6 Hauptthemen (-konzepten) vermittelt, die Sie als Instrumente im Praxisalltag benutzen können. Die Konzepte werden erfahrbar gemacht und Ideen bzw. Möglichkeiten entwickelt (an Gesunden) damit der Patient/Bewohner aktiv und doch einfach seine Bewegung ausführen kann. Dadurch können Pflegende die Ressourcen der Patienten/innen besser in ihrem Handeln integrieren, wobei sich die Anstrengung und Verletzungsgefahr (Rückenbeschwerden) reduziert

Unter Anderem werden normale aber unbewusste Bewegungsabläufe am eigenen Körper wieder wahrgenommen. Dies ermöglicht den Pflegepersonen bewegungseingeschränkte Patient/innen/Bewohner/innen (unterschiedlicher Genese) mit geringer Anstrengung zu mobilisieren und deren Selbstkontrolle zu fördern bzw. zu erhalten. In der praktischen Umsetzung wird das Gewicht der Patienten/innen/Bewohner/innen nicht getragen, sondern auf der Unterstützungsfläche (z.B. Bett) über die eigenen Knochen verlagert und bewegt.

Probleme bei pflegerischen Maßnahmen werden im Unterricht analysiert und sinnvolle, realistische Lösungsmöglichkeiten entwickelt und ausprobiert. Die Teilnehmer/innen haben während der Lernphasen die Möglichkeit das bereits Erlernte in die Praxis umzusetzen, zu reflektieren und Lerninhalte zu vertiefen.


Anhang:

 

Grundsätze und Maßnahmen/Ziele beim kinaesthetischen Arbeiten:

„Mit dem Wort Mobilisation umschreiben wir alle Bewegungsaktivitäten, die notwendig sind, um dem Patienten zu helfen, seinen Genesungsprozess trotz Bewegungseinschränkungen aus Krankheits- oder Verletzungsgründen schnell und wirksam einzuleiten.

(Kinaesthetics in der Intensivpflege 2000, Heidi Bauder-Mißbach)

 



Weitere Informationen erhalten Sie von:

 

Edith Schmidt
Kinaesthetics-Trainerin, Lehrerin für Pflegeberufe

 

Kontakt dienstlich:

Tel. 08741 / 96 86 7 - 12

E-Mail: eschmidt(at)kps-vib.de



Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe - Berufsfachschule für Krankenpflege am Kreiskrankenhaus Vilsbiburg des Landkreises Landshut